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08. Juli 2020

Aktuelles zum Coronavirus
Volkswirtschaftliche Hintergrundinformation

Fakten zum Cornavirus

  • Die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist global nochmals angestiegen, im Mittel der vergangenen fünf Tage wurde bei täglich mehr als 190.000 Personen eine Neuinfektion nachgewiesen. Nach Daten des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) liegt die Gesamtzahl der Infektionen mittlerweile bei 11,8 Mio., wovon mehr als die Hälfte auf vier Länder entfällt: USA, Brasilien, Indien und Russland. In den USA liegt die Gesamtzahl mittlerweile bei knapp 3 Mio. Personen, die Anzahl der Neuinfizierten steigt weiterhin an, das 5-Tagemittel liegt aktuell über 50.000. Knapp die Hälfte der Neuinfektionen wird aus den drei Bundesstaaten Florida, Kalifornien und Texas gemeldet. Auch in Indien steigen die Neuinfektionen weiter beschleunigt an, wohingegen das 5-Tagemittel in Brasilien zuletzt auf hohem Niveau relativ konstant blieb. In Russland sind die Werte seit einiger Zeit leicht rückläufig. Im längerfristigen Trend, basierend auf dem 28-Tagemittel, werden auf kontinentaler Ebene in Afrika, Amerika (sowohl mit als auch ohne die USA) und Asien aktuell neue Höchstwerte verzeichnet. Auffallend ist die Zusammensetzung der Daten für Afrika: Aktuell werden mehr als 60% der Neuinfektionen (5-Tagemittel) aus Südafrika gemeldet, einem Land mit nur etwa 4,5% der Bevölkerung des Kontinents. Dies deutet darauf hin, dass die Testkapazitäten in den meisten übrigen Ländern deutlich geringer sein dürften. Für Europa liegt der langfristige Mittelwert etwa 50% unter seinem Höchststand, Tendenz leicht fallend. In Australien/Ozeanien liegt der Wert noch deutlicher unter seinem Höchststand, weist aber wieder einen steigenden Trend auf.

  • Im Vergleich zur Vorwoche sind die Veränderungen der Google-Mobilitätsindikatoren relativ gering. Den deutlichsten Anstieg bei der Mobilität wurde in Luxemburg gemessen, leichte Rückgänge wurden in den skandinavischen Ländern verzeichnet. Die stärksten Mobilitätseinschränkungen lagen weiterhin im Vereinigten Königreich vor, dabei ist allerdings zu beachten, dass der Stichtag für die Datenerhebung der 3. Juli war. Einen Tag später wurden Pubs und Restaurants wieder geöffnet, sodass für die folgenden Tage mit einem deutlichen Anstieg des Indikators zu rechnen ist. In den USA stieg die Mobilität leicht an, der Abstand des aktuellen Werts zu seinem Referenzwert ist aber im internationalen Vergleich weiterhin relativ hoch.

Auswirkungen auf Konjunktur und Unternehmen

  • Im Juni wurden in den USA 4,8 Mio. neue Stellen geschaffen. Ein neuer Rekord. Die Arbeitslosenquote sank auf 11,1 %.

  • Damit setzte sich die Serie positiver Überraschungen bei US-Konjunkturdaten fort. Nach dem starken ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe überraschte auch der Index für das nicht verarbeitende Gewerbe mit 57,1, erwartet wurde 50,0.
  • Anders ist die Entwicklung in Deutschland. Auftragseingänge und Industrieproduktion zeigten zwar einen Rebound, der aber klar hinter den Erwartungen zurückblieb. Die deutschen Einzelhandelsumsätze sind extrem stark angestiegen und haben auch die Zahlen für Euroland nach oben gezogen. Allerdings ist dieser Indikator stark revisionsanfällig.
  • Die EU-Kommission revidierte ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone für 2020 von -7,7 % auf -8,7 % nach unten. Die Schätzung für das kommende Jahr wurde leicht nach unten genommen, von +6,3 auf +6,1 %. Dabei war auffällig, dass die Änderungen in Deutschland vergleichsweise gering waren, in Frankreich, Italien und Spanien hingegen deutlich negativer.
  • In China verbesserte sich der Caixin Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen massiv und sprang auf ein 10-Jahreshoch.
  • Die Deutsche Post profitierte im 2. Quartal von der Coronakrise. Das EBIT legte 16 % zu. Die Dividende bleibt konstant. Samsung Electronics hat seinen operativen Gewinn um 23 % gesteigert. Kommende Woche startet die US-Berichtssaison.
  • Es gab in der letzten Woche zahlreiche Meldungen rund um Covid-19-Impfstoffe. Beispielsweise kündigten Indien und China an, jeweils noch im Sommer Impfstoffe zur Verfügung zu stellen. Es gab Kapitalmaßnahmen von Corona-Impfstoffentwicklern sowie Großaufträge für diese Entwickler bzw. Hersteller von Corona-Medikamenten.
  • Aufgrund der deutlichen Anstiege bei den Neuinfektionszahlen in den südlichen US-Bundesstaaten bliebt der Newsflow dynamisch: Weiter geht der Trend in Richtung Pausierung von geplanten Lockerungen und z.T. neuen Restriktionen. Der Gouverneur des US-Bundesstaates Texas führte eine Maskenpflicht ein, nachdem er diese zuvor lange abgelehnt hatte.
  • Der brasilianische Präsident Bolsonaro hat scheinbar Covid-19. Erkennbar ernst nimmt er die Krankheit bislang nicht.

Die volkswirtschaftlichen Prognosen zum Thema Coronavirus als Download

Aktuelles zum Coronavirus

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Veröffentlicht am: 08. Juli 2020.