1. Start
  2. Markt & Impuls
  3. Impuls
  4. Deka Sparkassen-Umfrage - Direktanlagen und Zinsdisposition in Bewegung

Deka Sparkassen-Umfrage
Direktanlagen und Zinsdisposition in Bewegung

Mit welchen Entwicklungen an den Rentenmärkten rechnen die Sparkassen? Wie werden sie sich mittelfristig positionieren?
Die zweimal jährlich durchgeführte Umfrage zu Direktanlagen und Zinsdisposition der Sparkassen erlaubt nun erstmals einen vergleichenden Blick nach vorn.

Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen wird auf Sicht der kommenden zwölf Monate seitwärts ten­dieren: Mehr als die Hälfte der für das Direktanlage-Depot in den Sparkassen Verantwortlichen rechnet mit einem Niveau, das in etwa auf dem aktuellen Stand liegt. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage „Direktanlagen und Zinsdisposition der Sparkassen”, die Deka Institutionell seit März 2015 jeweils im Frühjahr und im Herbst bei den Sparkassen durchführt. Mit 216 Instituten haben mehr als die Hälfte der Institute an der Umfrage teilgenommen. Somit erlaubt die Studie valide Rückschlüsse auf die Erwartungen und Dispositionen der Grundgesamtheit der Sparkassen in Deutschland.

 

Umfangreiche Detailergebnisse stellt Deka Institutionell allen Teilnehmern jeweils zeitnah und exklusiv zur Verfügung. Sie bekommen damit ein wertvolles Gesamtbild über die jeweils aktuellen Marktein­schätzungen aus dem Sparkassenverbund und die daraus resultierenden Investmententscheidungen. Einen aufschlussreichen Stimmungseindruck liefern aber auch bereits einige Auszüge zu den wichtigsten Themen.

 

Dabei bietet insbesondere der Vergleich mit der Umfrage aus dem März wertvolle Anhaltspunkte: So ist mit einem Anteil von 51 Prozent zwar nach wie vor eine Mehrheit der Institute von der Seit­wärts­bewegung 10-jähriger Bunds überzeugt; im Frühjahr rechneten jedoch noch drei Viertel der Teilnehmer mit einer derartigen Entwicklung. Jetzt gehen immerhin 44 Prozent davon aus, dass die Papiere auf Sicht von zwölf Monaten um mehr als 20 Basispunkte höher rentieren als aktuell (Frühjahrsumfrage: 16 Prozent). Mit einem weiteren Renditerückgang rechnet nur weniger als ein Prozent der Teilnehmer.

 

Von einer weiteren Einengung der Spreads von Anleihen deutscher Länder, Pfandbriefen und Emissionen supranationaler Emittenten gehen dabei bedeutend weniger Befragte aus als noch im Frühjahr. Erwarteten im März noch über 90 Prozent eine Einengung der Renditeaufschläge für diese Assetklassen, sind nun jeweils etwa 60 Prozent davon überzeugt, dass sie konstant bleiben werden. Allerdings hatte die Europäische Zentralbank zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht beschlossen, auch regionale Anleihen in ihr Kaufprogramm aufzunehmen. Das könnte eine Änderung dieser Einschätzung zur Folge haben.


Sollte die Bewertungsrendite des Anleihebestands dennoch ins Negative drehen, bewahrt die Mehrheit der Sparkassen Ruhe, wie die Antworten auf die entsprechende Frage belegen: Mit 63 Prozent wollen fast zwei Drittel ihre Bestände auch in diesem Fall halten. Einen Verkauf streben in einem derartigen Szenario insgesamt 11 Prozent der Direktanlage-Depot Verantwortlichen an, 7,5 Prozent planen dabei eine gleichzeitige Verlängerung der Duration.


Investieren möchte die überwiegende Mehrheit bei negativen Renditen aber nicht. Für 84 Prozent der Sparkassen kommt ein Engagement unter diesen Umständen nicht infrage. Ohnehin muss für einen Großteil der Befragten, die ihr Portfolio in diesem Bereich aktiv steuern, einiges passieren, bevor Neuanlagen in Bundesanleihen angestrebt werden: So wollen knapp 7 Prozent ihr Engagement aufstocken, wenn der Bund-Future unter 153 sackt, weitere 11 Prozent kaufen unterhalb von 151 Punkten. Präferiert werden von den Sparkassen dabei weiterhin Zinspapiere mit Restlaufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren. Zwei Drittel setzen auf Laufzeiten aus diesem Bereich. Und während immerhin 18 Prozent auch am kürzeren Ende von zwei bis fünf Jahren interessiert sind, will sich nur etwas mehr als einer von hundert über mehr als zehn Jahre binden.


Weiter zugenommen hat hingegen das Interesse an Floatern: Aufgrund des impliziten Floors bei 0 Prozent wollen fast 15 Prozent der Teilnehmer die variabel verzinsten Papiere künftig höher gewichten. Auch andere Renditequellen sind weiterhin so beliebt wie unverzichtbar. Die geringfügig höheren Erträge aus den Peripheriestaaten der Eurozone möchten fast unverändert zur März-Umfrage 14 Prozent über eine höhere Gewichtung entsprechender Papiere nutzen.


Noch wesentlich deutlicher fällt der Zuspruch zu Unternehmensanleihen ins Auge: Statt wie im Frühjahr 25 Prozent der Sparkassen möchte nun eine Mehrheit von 55 Prozent ihr Engagement in europäischen Corporates erhöhen. Ebenfalls gefragt bleiben Fremdwährungsanleihen: Immerhin gut 13 Prozent planen, ihr Anlagespektrum auf Nicht-Euro-Anlagen auszuweiten. Der überwiegende Teil soll dabei in Dollar-denominierte Instrumente fließen. Darüber hinaus besteht bei einigen Sparkassen Interesse an Anleihen in Britischen Pfund.


Als Partner für sämtliche Direktanlageaktivitäten liegt die DekaBank bei einem wachsenden Anteil der Sparkassen auf Platz 1 oder 2 der Handelsaktivitäten. Nach 80 Prozent im Frühjahr erreicht das Institut bei mittlerweile gut 90 Prozent eine solche Top-Position. Dabei bescheinigen ihm 93 Prozent der Befragten ein Pricing, das besser oder ähnlich ist wie das der Wettbewerber aus dem Verbund.

 

Umfrage Direktanlagen und Zinsdisposition Ausgewählte Ergebnisse im Überblick

  

 

 

 

Wie soll die Allokation Ihres Direktanlage-Portfolios verändert werden?

Quelle: DekaBank

 

 

 

Fazit

Etliche Sparkassen planen, künftig einen Anteil ihrer Direktanlage-Portfolios anders zu allokieren als bisher. Besonders großen Zuspruch erfahren Solva-0-Anleihen aus der Kernunion, gefolgt von ebendiesen Papieren aus der Peripherie. Auch Covered Bonds und Investment Grade Credit wollen die für Direktanlage-Portfolios und Zinsanlagen Verantwortlichen per saldo höher gewichten, in geringerem Ausmaß zudem High-Yield- und Schwellenländer- Anleihen. Unter dem Strich möchten sie dagegen das Engagement bei deutschen Pfandbriefen und ungedeckten Bankanleihen verringern.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 1, Januar 2016