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Fonds im Risikomanagement
Aufsichtsrechtliche Vorgaben erfordern erweitertes Reporting

Veränderte aufsichtsrechtliche Anforderungen an die Abbildung von Fondsanlagen im Risikomanagement machen eine Überarbeitung bestehender Konzepte notwendig. Die DekaBank bietet ein optimiertes Reporting und unterstützt das laufende DSGV-Projekt „Fonds im Risikomanagement“ zur Erarbeitung weiterer Lösungen.

Die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) stellen in der Säule II erhöhte Anforderungen an das Risikomanagement und an die Abbildung von Fondsanlagen innerhalb der GuV-orientierten Risikotragfähigkeit. Hintergrund ist, die aus Publikums- und Spezialfonds resultierenden Risiken in granularer Form und methodenkonsistent mit den Risiken aus den Direktanlagen zu aggregieren. Fondsanlagen sind demnach in der GuV-orientierten Risikotragfähigkeit bereits im Risikofall durchzuschauen und zu limitieren. Konkrete aufsichtsrechtliche Vorgaben für eine Durchschau im Risikomanagement wurden bisher nicht veröffentlicht. „Es ist fraglich, ob sich diese Anforderungen rechtfertigen lassen“, sagt Jens-Peter Kempf, Senior Strategieanalyst Vertrieb Institutionelle Kunden bei der DekaBank. „Zum einen können Institute darauf verweisen, dass Risikokonzentrationen bereits über die Transparenzanforderung in der Säule I zu identifizieren sind. Zum anderen steht das konsistente Vorgehen von Fonds- und Direktanlage der Zielsetzung der GuV-orientierten Risikotragfähigkeit entgegen.“

 

Administrativer Aufwand steigt

Die Fondsdurchschau hat nicht nur einen erhöhten administrativen Aufwand bei Kapital­verwaltungs­gesellschaften (KVGen) zur Folge, sondern führt vor allem auch zu einer Ausweitung der Risiken und einer zusätzlichen Belastung der Risikobudgets bei den Sparkassen. Eine flächendeckende freiwillige Vorwegnahme des vermuteten seitens der Aufsicht erwünschten Verhaltens ist nicht festzustellen. „Allerdings werden seit den ersten Prüfungsfeststellungen Ende 2013 vermehrt bestehende Konzepte überarbeitet, um zwar Risiken weitestgehend transparent zu machen, diese jedoch nicht zu limitieren“, so Kempf.

 

Die DekaBank unterstützt Sparkassen dabei, eine effiziente Integration von Fonds in die Risikotragfähigkeit sicherzustellen.

Jens-Peter Kempf

Senior Strategieanalyst Vertrieb Institutionelle Kunden
DekaBank

 

Die DekaBank hat frühzeitig reagiert und das Reporting für Sparkassen weiterentwickelt. „Das Ziel war, eine effiziente Integration von Fonds in die Risikotragfähigkeit der Institute sicherzustellen“, sagt Kempf. Das optimierte zentrale Reporting „MaRisk Management Summary“ der Deka Investment ist in dieser weiterentwickelten Form seit Ende 2014 für Publikums- und Spezialfonds verfügbar. Zusätzlich werden bis Mitte 2016 im Rahmen des Projekts „Fonds im Risikomanagement“ des Deutsche Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) fachliche und technische Lösungen bei der Abbildung von Fondsanlagen in der periodischen Risikotragfähigkeit erarbeitet und mit der Aufsicht abgestimmt, die eine zusätzliche Belastung der Risikobudgets der Sparkassen vermeiden sollen. An diesem Projekt nehmen KVGen des Verbundes, Regionalverbände, Vertreter des Arbeitskreises Treasury sowie Pilotsparkassen teil. Solange keine einheitlichen Standards vorliegen, ist die Verwendung der Sensitivitäten, wie sie im „MaRisk Management Summary“ dargestellt werden, ein gangbarer Weg. Dieses Reporting wird auch weiterhin kontinuierlich weiterentwickelt.

 

 

Projekt "Fonds im Risikomanagement" gestartet

  • Kick-off: 11. März 2015
  • Arbeitssitzungen: 8 Sitzungen von März bis Mai
  • Sitzungen Projektgruppe: 5 Sitzungen im April und Mai
  • Erste Sitzung Lenkungsausschuss: Ende Juni
  • Geplanter Termin des DSGV mit Bundesbank und BaFin, um Meilensteine des Projektes mit der Aufsicht abzustimmen: Mitte Juni

DekaRisikoDialog: Individuelle Beratung nutzen

Bei Fragen zur Integration von Fondsanlagen in die Risikotragfähigkeit können Sparkassen den „DekaRisikoDialog“ nutzen. Diese Beratung berücksichtigt in enger Anlehnung an den internen Risikomanagementprozess die individuellen Fragestellungen zur Risikomessung, -bewertung und -steuerung.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 2, Juli 2015