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Mai 2020

Investmenttrends
Historische Rezession – Märkte trotzdem robust

Mittlerweile laufen die ökonomischen Daten ein, die das ganze Ausmaß der wirtschaftlichen Beeinträchtigungen durch die Covid-19 Pandemie offenlegen. In einigen europäischen Ländern sind die Pkw-Zulassungen im April auf beinahe Null gefallen. In den USA fiel der Arbeitsmarktbericht für April historisch negativ aus. Für die Konjunktur bestätigt sich damit, dass die gegenwärtige Rezession die tiefste seit der Weltwirtschaftskrise vor knapp einhundert Jahren ist, mit Schrumpfungsraten im Euroraum von etwa 9 %, in den USA von 5 % und in der Weltwirtschaft insgesamt mit gut 3 %. Allerdings sollte es auch eine der kürzesten Rezessionen werden: nimmt man die Entwicklung in China als repräsentativ, so kehrt die wirtschaftliche Aktivität trotz weiterer Beeinträchtigungen durch Gesundheitsvorkehrungen und verstärkten Arbeitsschutz vergleichsweise schnell wieder auf das Ausgangniveau vor Corona zurück. In Deutschland sollte dies Ende 2021 der Fall sein. Zum Vergleich: Nach der Finanzkrise dauerte dies ein Jahr länger.

 „Nimmt man die Entwicklung in China als repräsentativ, so kehrt die wirtschaftliche Aktivität trotz weiterer Beeinträchtigungen durch Gesundheitsvorkehrungen und verstärkten Arbeitsschutz vergleichsweise schnell wieder auf das Ausgangniveau vor Corona zurück.“ 

Stefan Keitel

Vorsitzender der Geschäftsführung
Deka Investment

Die Finanzmärkte zeigen sich trotz dieser ökonomischen Horrorshow relativ robust. Der DAX hat von seinen Tiefständen wieder ca. 25 % zugelegt, der Technologieindex Nasdaq hat seinen Jahresanfangsstand wieder überschritten. Das liegt daran, dass die Marktteilnehmer zunehmend den zwar einschneidenden, aber eben doch vorübergehenden Charakter dieser Rezession in den Vordergrund stellen. Mehr und mehr interessiert man sich für die langfristigen Folgen dieser heftigen Verzerrung des Wirtschaftsgeschehens. Mit den glaubwürdigen geld- und finanzpolitischen Maßnahmenpaketen von Notenbanken und Regierungen wird eine zügige Rückkehr zu den Wachstumsverhältnissen von vor Corona erwartet. Inflation ist zunächst kein Thema, da die Krise für sinkende Ölpreise und eine Pause bei der Lohnentwicklung gesorgt hat. Die Weltwirtschaft wird umgebaut, die Produktionsketten dürften verkürzt und noch stärker automatisiert werden. Die hohe Verschuldung wird zunächst mithilfe der Notenbanken aufrechterhalten, ein Abschmelzen der hohen Quoten dürfte sehr lange dauern. Die hohe Liquidität dürfte wieder an die Anlagemärkte strömen.
 
Vor diesem Hintergrund halten wir unsere strategische Ausrichtung mit guten Langfristaussichten für die Aktienmärkte aufrecht. Auch im Anleihesegment zieht wieder etwas Beruhigung ein. Unternehmensanleihen mit hoher Bonität bleiben attraktiv eingestuft, bei High Yield-Anleihen sind wir noch etwas zurückhaltend. Anleihen aus Schwellenländern erscheinen langfristig lohnend, allerdings ist hier, was Marktsegmente und Regionen angeht, sehr selektiv vorzugehen. Taktisch bleiben wir allerdings dabei, dass es kurzfristig insbesondere an den Aktienmärkten auch wieder Rückschläge geben wird, denn der Kampf gegen die Pandemie und die damit verbundenen wirtschaftlichen Schäden sind noch lange nicht ausgestanden.

 

Den aktuellen Investmentbrief gibt es hier zum Download:

Deka Investmentbrief

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